Wer hat sich nicht schon einmal vorgeführt oder veralbert gefühlt und wurde von Minute zu Minute hilfloser. Meinen Sie nicht: Was manche Mitmenschen an Hinterhältigkeit bieten, kann oft sprachlos machen? Muss aber nicht...! Denn wie Sie verbalen Angreifern keine Antwort schuldig bleiben, verraten jetzt professionelle Trainer. Beruhigend: Es reichen schon ein paar einfache Antworttypen, um sich mit Worten besser zu behaupten...
Die Berufswelt ist, wenn es um Geld oder Einfluss geht, weder ein Paradies noch ein Schrebergarten - eher ein Dschungel! So zumindest formulieren es Antonia Cicero und Julia Kuderna. Und den solle man auch nur gut ausgerüstet betreten, dagegen „nicht laut singend und durchs Unterholz stapfend“, damit Tiger und Klapperschlange womöglich gleich wissen, „wo sie sich ihr Frühstück holen können.“ Für die beiden Management- und Rhetoriktrainerinnen gehört zu einer entsprechenden „Grundausrüstung“ unter anderem die Überlebensfähigkeit, sich im mit passenden Worten zur Wehr zu setzen. Genau das fehlt einem in Situationen, in denen man mit dummen Sprüchen von Kollegen eingedeckt wird oder gar unter gezieltem Chef-Mobbing leidet. Aber mal ehrlich: Wäre es nicht ebenso wichtig, falls man zuhause als verbaler Prellbock für den Fruststau von Angehörigen herhalten darf?
Nicht mehr mit mir
Sie kennen das vielleicht: Stunden später... Auf einmal fällt einem die Retourkutsche ein, nach der man vorhin vergeblich gesucht hat. Warum kam man bloß nicht gleich drauf? Manchmal bietet man mit Verhalten oder ungeschickten Bemerkungen sogar noch die Steilvorlage für eine dumme Bemerkung. Andere scheinen dagegen immer gleich die passende Antwort parat zu haben. Für Schlagfertigkeitspapst Matthias Pöhm - gelernter Software-Ingenieur, heute Startrainer in Sachen sprachlicher Florettkunst - ist dies erst in zweiter Linie eine Frage von sprachlicher Technik oder gar von sachlichen Inhalten. Seminarteilnehmern vermittelt er vielmehr, schlagfertiges Kontern sei vor allem eine Geisteshaltung. Und dies gilt offenbar, egal ob beruflich, zuhause oder im Verein und Stammlokal, wenn sich Geplänkel hochschaukelt.
Im Umkehrschluss bedeutet es: Sie haben so viele Trainingsfelder, wie Sie nur wollen, und die Gesetze des Dschungels, von denen Cicero und Kuderna sprechen, herrschen glücklicherweise nicht überall und immer. So können Sie es erst einmal spielerisch nehmen, wenn eines Ihrer Kinder wieder mit losem Mundwerk seine Grenzen sucht. Oder Sie dürfen es als sportliche Herausforderung betrachten, wenn Ihr Partner die Hackordnung für Alltagsentscheidungen mit einem kleinen Seitenhieb neu zu ordnen trachtet. Dabei sind sich Experten einig: Wer daran gewöhnt ist, immer nur auf andere zu reagieren, zementiert unbewusst eine Opferrolle.



















