Zu den Alpträumen zählen häufig auch die Träume vom Tod. In Todesträumen gibt es drei hauptsächliche Motive: Entweder träumen wir von unserem eigenen Tod oder vom Tod uns nahestehender Menschen (oder Tieren) oder wir begegnen im Traum Verstorbenen. Kein Wunder, dass uns das Angst macht. Nicht selten erwachen wir dann in Panik und fürchten um unser Leben oder um das unserer Lieben. Wenn uns Tote im Traum begegnen, suchen wir häufig nach dem Sinn: Will uns der Verstorbene etwas mitteilen? Die Träume verfolgen uns im Wachbewusstsein und ängstigen und beunruhigen uns nachhaltig. Doch das ist sehr häufig unbegründet. Nur sehr selten träumt man das Todesgeschehen im Voraus und wenn doch, dann ist es meist so verschlüsselt, dass wir es nicht erkennen.
Archetypische Symbole aus Mythen und Märchen in Todesträumen:
Der Tod erscheint personifiziert:
Er kann in verschiedenen Gestalten geträumt werden, als Mann, als Frau oder als androgynes (geschlechtsloses) Wesen. Hierbei bedient sich das Unbewusste alter archetypischer Bilder vom Tod als schwarzer Gestalt oder als Fährmann, der vom irdischen Ufer zum jenseitigen übersetzt. In den letzten Jahren wird auch weiblichen Todesgöttinnen wieder mehr Beachtung geschenkt, so dass auch Tödinnen auftauchen und als solche erkannt werden. Immerhin gab es ja vor dem Patriarchat das Matriarchat, und die Seele speichert diese alten Bilder. Die griechische Unterweltsgöttin Persephone, die ägyptische Nut oder die Walküren aus der germanischen Mythologie zählen dazu - um nur einige Beispiele zu nennen. Hermes, der geflügelte Götterbote, der mit einem Stab die Menschen berührt, die sterben müssen, kann als Jüngling erscheinen und einen Tod ankündigen. Aber auch der Todesengel ist ein bekanntes Phänomen im Traum. Er verkörpert die spirituelle Komponente. Alle diese Gestalten haben die Funktion, die Menschen vom Diesseits ins Jenseits zu begleiten bzw. von einer Daseinsform in eine andere.
Der Tod erscheint im Zusammenhang mit einem Tier:
Das bekannteste ist wohl der Höllenhund Zerberos, der den Unterweltfluss Styx bewacht; schwarze Raben, aber auch geflügelte Pferde können Todesboten sein. Hier sei auf den Tarotgarten der Künstlerin Niki de Saint Phalle hingewiesen, der in Italien zu bestaunen ist. Die Karte 13 Tod wird hier von einer Tödin auf einem Pferd dargestellt. Auch im Rider-Waite-Tarot reitet der Tod auf einem Pferd.
Weitere Todessymbole:
Das Antreten einer Reise (z.B. mit dem Schiff oder dem Zug ...) mit unbekanntem Ziel, ein Umzug, das Wandern über einen Berg, das Übersetzen über einen Fluss mit einem Floß ...
Gewaltige Naturereignisse wie z.B. Erdbeben, Lawinen, Planeten, die aus ihrer Bahn fallen, Überflutungen, schwarzes, schmutziges, aufgewühltes Wasser, umgestürzte oder verbrannte Bäume (hier ist der Zusammenhang zum Lebensbaum zu sehen), Lichterscheinungen.
An dieser Stelle möchte ich die Leser ausdrücklich darauf hinweisen, dass all diese Symbole im Traum auftauchen können - und dies auch häufig tun - ohne auf einen nahen Tod hinzuweisen. Träume, die den Tod zum Thema haben, bewahrheiten sich nur in seltenen Fällen. Todesträume müssen immer im Gesamtzusammenhang der Lebenssituation des Träumers und seinem ganz persönlichen Verständnis von Symbolen gedeutet werden.
Die Bildersprache des Traums bedient sich der Symbole des Todes mit verschiedenen Absichten.



















