Tiere spielen eine große Rolle in unserem Leben. Wir begegnen ihnen im Haus- oder Nutztier, aber auch in der Malerei, in der Literatur, in Fabeln, Märchen, Gedichten, in der Bibel, auf Tarotkarten, in der Astrologie (Tierkreis) – und natürlich im Traum.
Wenn Tiere hier auftauchen, ist unsere triebhafte, instinkthafte, animalische Seite angesprochen. Tiere können uns darauf aufmerksam machen, dass wir diese Seiten verdrängen und zu wenig ausleben. Oder aber zu stark thematisieren und damit immer wieder in Schwierigkeiten geraten.
Wenn Sie von einem Tier träumen, sollten Sie zunächst überlegen, was Sie mit diesem Tier persönlich verbindet. Woher kennen Sie das Tier?
Haben Sie positive oder negative Erfahrungen mit dem Tier in Ihrem Leben gemacht? Was assoziieren Sie mit dem Traum-Tier?
Welche Gefühle hatten Sie im Zusammenhang mit dem Tier im Traum? Angst, Freude, Neugierde ...? Wie hat sich das Tier verhalten: helfend, ängstlich, aggressiv, wurden Sie gebissen? War ein wildes Tier ängstlich oder ein kleines, hilfloses Tier aggressiv? Und schließlich ist es von Bedeutung, welche Rolle das Tier in unserer Kulturgeschichte und in der Religion spielt. Wenn Sie diese Informationen gesammelt haben, können Sie mit der Deutung beginnen.
Wie immer sich das Tier verhält – es spiegelt Anteile von Ihnen. Sie können Rückschlüsse auf Ihr eigenes momentanes Empfinden und Verhalten ziehen. Wenn Sie gebissen werden, möchte diese Seite, die durch das Tier repräsentiert wird, von Ihnen wahrgenommen, ja angenommen werden.
Eine besondere Form der Tierträume stellen Schlangenträume dar. Sie sind häufig von Ängsten begleitet. Nicht nur ihr Gift kann tödlich sein, sie ist auch in der Mythologie mit dem Bösen verbunden. Die Bibel erzählt von der Schlange, die Eva verführt hat, den Apfel vom Baum der Erkenntnis zu pflücken. Deshalb wird sie mit dem Teufel gleichgesetzt. Schlangen stehen außerdem im Zusammenhang mit Sexualität und Lebenskraft, aber auch mit Transformation, dem Übergang von einer Lebensphase in die andere, die durch die Häutung der Schlange symbolisiert wird. Die Schlange im Traum kann auch auf körperliche Störungen aufmerksam machen und sie kann für Heilung stehen. So windet sie sich z.B. um den Äskulapstab (Äskulap ist der griechisch-römische Gott der Heilkunde), dem Wahrzeichen von Ärzten und Apothekern.
Hier als Beispiel ein Schlangentraum einer 55 Jahre alten Frau, die zum Zeitpunkt des Traums unter der Trennung des Partners litt, der sie wegen einer anderen Frau verlassen hatte. Sie spürte kaum Auftrieb, musste sich zu allem zwingen und hatte Sorge, nie mehr zu ihrer Kraft zurückzufinden:
Ich gehe auf einer langen einsamen Straße und bemerke plötzlich eine schwarze Schlange, die mir in geringem Abstand folgt. Ich traue meinen Augen kaum. Große Angst überkommt mich. Ich beschleunige meine Schritte, aber da wird die Schlange auch schneller, ich verlangsam mein Tempo und bleibe stehen, die Schlange macht dasselbe. Ich gehe weiter – die Schlange ebenso. Im Laufe des Gehens wechselt sie immer wieder mal die Farbe. Ich finde das sehr unheimlich. Einmal komme ich an einen Fluss, ich durchschwimme ihn. Als ich am anderen Ufer ankomme, ist auch die Schlange da. Sie war mitgeschwommen, ohne dass ich sie bemerkt hätte. So wandern wir beide immer weiter - knapp hintereinander her. Sie war meine stumme Begleiterin. Nach langer Zeit beschließe ich, stehen zu bleiben, mich umzudrehen und die Schlange anzusehen. Ich will endlich wissen, warum sie mir folgt. Wir schauen uns intensiv in die Augen, da wechselt ihre Farbe in ein buntes Schillern, ich fühle eine unglaubliche Kraft in mir und in dem Moment wache ich auf.



















