Dass so manche Frau mit dem Ehering am Finger eine andere Persönlichkeit entwickelt, gehört zu den volkstümlichen Spruchweisheiten, die man gern mit einem Lächeln zitiert. Dass jedoch depressive Personen nach der Eheschließung „gesunden“ und ihr seelisches Befinden entscheidend verbessern, ist neu.
Eine aktuelle Studie aus Ohio zeigt, dass Menschen, die vor ihrer Eheschließung unter Depressionen litten, nach dem Gang zum Standesamt oftmals eine gravierende Verbesserung ihrer Gesamtsituation angeben. Purer Zufall? Oder gibt es eine Gesetzmäßigkeit, die den Zusammenhang zwischen Lebenspartnerschaft und psychischer Stabilität erklären kann?
Wir fragen nach dem Wesen der Depression und dem Wechselspiel zwischen jener gefürchteten „schwarzen Nacht der Seele“ und einer erfüllten Beziehung. Hierbleiben
Ein überraschendes Ergebnis
Unverhofft kommt oft – gerade in der wissenschaftlichen Forschung. Eigentlich wollten die Forscher aus Ohio beweisen, dass Menschen mit depressiver Vorgeschichte Schwierigkeiten in ihrer Ehe erleben, sich weiterhin unglücklich fühlten und möglicherweise sogar eine höhere Trennungs- und Scheidungsquote aufweisen. Das Gegenteil war jedoch der Fall: von über 3000 Befragten, die vor dem Ringtausch unter Depression litten, gab eine überwältigende Mehrzahl an, sich seitdem seelisch viel stabiler und gesünder zu fühlen. Auch die Qualität der Partnerschaft, entgegen der Erwartung der Soziologen, schien nicht beeinträchtigt.
Therapie via Standesamt?
Die Ohio-Studie zeigte also, dass Menschen, die vormals unter Depressionen litten, nach ihrer Eheschließung eine enorme Verbesserung ihres seelischen Befindens erlebten. Wie kann das sein? Depression ist eine der bekanntesten seelischen Erkrankungen mit einem hohen Vorkommen in der Bevölkerung: mehr als 70% aller deutschen Frauen geben an, schon mindestens einmal im Leben depressiv gewesen zu sein. Insofern könnte man ironisch fragen, ob die Wahrscheinlichkeit für einen Mann, eine Dame mit depressiver Vorgeschichte zum Traualtar zu führen, nicht schon aus statistischen Gründen sehr hoch sei. Doch mit Depression lässt sich nicht spaßen! Die Forscher aus Ohio waren sich der Schwere dieser Erkrankung bewusst und rätselten, warum die „dunkle Sonne der Seele“ im Zweierpack bewältigbar sei.










