Emanzipation hin – Gleichberechtigung her. Auch wenn sich inzwischen die typischen Rollen von Frau und Mann geändert haben; Tatsache ist, dass es in Beziehungen immer noch an den gleichen Stellen kracht. Es gibt sie, die Unterschiede zwischen Mann und Frau. Und wer sie kennt, kann seine Beziehung retten.
Was macht ihr Mann eigentlich, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt und einen unangenehmen Tag gehabt hat? Vermutlich nichts. Er schweigt. Zappt durchs Fernsehen, grummelt still vor sich hin. Sie nehmen ihn in den Arm. Fragen ihn, was los ist. Er schweigt, ist missmutig, will eigentlich in Ruhe gelassen werden.
Gut möglich, dass er sogar mit Freunden loszieht und in eine Kneipe geht. Sie sitzen derweil zu Hause und wissen nicht, was in ihm vorgeht. Sie sind traurig, weil er nicht mit Ihnen redet. Sie fühlen sich ungeliebt und missachtet, weil er Ihren Rat oder Ihre Fürsorge nicht annimmt und auch nicht zu brauchen scheint. Weil er seine Probleme alleine oder mit anderen Menschen bespricht und nicht mit dem Menschen, den er doch eigentlich liebt.
Eine andere Situation: Sie haben etwas aufwühlendes erlebt, vielleicht einen Streit mit Ihrer besten Freundin oder einem Familienmitglied. Sie möchten nichts dringender, als Ihrem Mann genau dies zu erzählen. Ihr Mann hört zwar zu, reagiert aber unwirsch, gereizt. Scheint durch das Gespräch eigentümlich gestresst zu sein. Er bringt Lösungsansätze, wird hektisch, will irgend etwas tun. Doch Sie wollen das alles im Moment gar nicht hören, und schon ist die Stimmung im Eimer. Ihr Mann ist ärgerlich, weil Sie auf seine Vorschläge nicht eingehen, Sie sind traurig, weil Sie sich nicht einfach mal zu Ihren Gefühlen äußern können.
Das kommt Ihnen bekannt vor? Sie sind in bester Gesellschaft, denn die gerade genannten Beispiele sind Klassiker in jeder Beziehung. Jeder Paartherapeut hört diese Dinge täglich. Wir sehen an diesen Beispiele, wie Männer und Frauen mit Problemen umgehen.
Ein weiter Weg zwischen Venus und Mars
Frauen folgen dem Prinzip der Venus: Kommunikation und Entäußerung. Getreu dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ möchten sie sich mitteilen. Ihre Probleme besprechen, mit Betonung auf „sprechen“. Wenn die Sorgen erst mal erzählt sind, sind sie schon fast wieder vergessen. Indem eine Frau sich jemandem mitteilt, kann sie ihre Gedanken sortieren und wieder zu ihrer inneren Ruhe finden. Das verstehen Männer nicht. Sie sehen sich in der Verantwortung, ihrer Partnerin eine Problemlösung anzubieten. Sobald die Frau ihr Problem erzählt, beginnen Männer fieberhaft nachzudenken, wo der Knackpunkt des Problems liegt und wie es gelöst werden kann. Doch damit denken Männer (obwohl sie es eigentlich gut meinen) ausnahmsweise einen Schritt zu weit. Wenn sie wüssten, wie gut es der Frau tut, dass ihnen schlicht und einfach jemand zuhört, wären beide Seiten wesentlich glücklicher.
Schauen wir uns das andere Beispiel an: Das Mars-Prinzip. Der Mann, der als verwundeter Krieger heimkehrt und seine Probleme mit sich selbst ausmachen muss. Der Mann, der sorgenbeladen aus der Arbeit nach Hause kommt und sich sofort vergräbt. Männer sind anders strukturiert als Frauen. Sie können nicht gleichzeitig denken, zuhören und sprechen. Frauen können das. Wenn Männer Probleme haben, verkriechen sie sich am liebsten – im übertragenen Sinne – in ihre Höhle. Immer wieder lassen sie ihre Sorgen durch ihr Gehirn fluten und gehen dabei am liebsten keiner weiteren Tätigkeit nach; oder einer stumpfsinnigen Tätigkeit wie zappen oder sogar Computerspielen. Erstaunlicherweise können Männer tatsächlich ihre Gedanken so sortieren und irgendwann den Dreh- und Angelpunkt der Problematik erkennen und auflösen. Partnerinnen, die diesen Prozess von außen nicht mitbekommen (können!), kann das zur Weißglut treiben, weil sie das Gefühl haben, ihr Mann sei „bockig“, launisch und unkommunikativ und außerdem mit trivialen Dingen beschäftigt, anstatt seine Probleme anzugehen.
Dass Männer und Frauen trotz großer Erfolge im Bereich der Emanzipation und Gleichberechtigung in bestimmten Bereichen immer noch verschieden fühlen, denken und handeln, ist eine Tatsache. Es kann sich also lohnen, diese Bereiche zu analysieren, um sich gegenseitig zu verstehen.










