Karte des Monats Januar 2009

Der Bube der Münzen

Die Karte "Der Bube der Münzen" ermuntert uns, feste Beziehungen einzugehen...

...Wer diese Karte zieht, kann unbesorgt anderen Menschen vertrauen und sich ihnen hingeben.

Hofkarten, wie der Bube der Münzen, bereiten meist Schwierigkeiten. Für den Kartendeuter ist es oft sehr schwierig zu unterscheiden, ob es sich hier um eine reale Person handelt, die in das Leben des Fragenden tritt oder „nur“ um eine Situation, die sich im Kartenbild in personifizierter Form mitteilt. Auch musste ich schon feststellen, dass die Hofkarten in der internationalen Tarot-Literatur zu kurz kamen. Man behandelt sie als Personen im Umfeld des Fragenden mit bestimmter Augen- und Haarfarbe und mehr nicht. Dennoch sind die Hofkarten nicht zu unterschätzen; auch wenn man sie in einer Legung auf Anhieb nicht versteht, lohnt es sich, sie näher zu betrachten und sie zu beobachten (z.B. durch schriftliches Festhalten der Legung).

Im Gegensatz zu den Zahlenkarten zeigen die Hofkarten Menschentypen, Ereignisse oder Situationen an, die sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. So ist ein Bube ein Impuls (von außen), der den Keim sät und somit meist die Initialzündung darstellt. Bei der nächsten Reifestufe, dem Ritter, hat sich bereits eine bestimmte Energie manifestiert, die sich in Form einer Stimmung ausdrückt; diese Stimmung beinhaltet meist ein Potential und zeigt an, dass hier noch etwas geschehen kann. Demzufolge werden Bube und Ritter auch oftmals als Kind und Jugendlicher erkannt. Bei Königin und König sind wir nun zu den „Erwachsenen“ gelangt, die sich in ihrem Element in der ausgeprägten und reifen Form präsentieren, wobei die Königin das Yin-Prinzip (weiblich, passiv) und der König das Yang-Prinzip (männlich, aktiv) anzeigt; der Grundton wird dabei durch das Element (Stäbe, Kelche, Schwerter oder Münzen) gefärbt.

Dennoch sollten wir uns vor Augen halten, dass es keine Wertigkeiten und Gewichtungen unter den Hofkarten in einer Legung geben sollte, auch wenn sich diese in den Rängen unterscheiden. Hier gilt eine gänzlich andere Regel als beim Kartenspiel, in dem der Ober den Unter sticht: Auch wenn sie in den Entwicklungsstufen untereinander variieren, sind alle gleich viel „wert“ – wie in einer Familienaufstellung, in der die verschiedenen Menschen, die jeweils ihre Generation repräsentieren, ihren Platz einnehmen.

Zwischen all den Personen innerhalb des Hofstaates Tarot, die unterschiedlich in Alter und Temperament, sozialer Stellung und persönlicher Identität sind, steht der Bube der Münzen. Er kommt aus der Familie der Münzen, dem Erdelement und bringt eine solide und bodenständige Energie mit sich. Er steht in der freien Natur unter einem gelben, sonnendurchfluteten Himmel. Fast schon vorsichtig scheint er eine Münze in beiden Händen zu halten und zu betrachten ... Oder ist es der Stern auf der Münze, auf den er sich konzentriert? Offen bleibt dabei auch, ob der Bube die Münze als Geschenk erhalten hat und diese nun fasziniert betrachtet, oder gerade beabsichtigt, sie weiterzugeben...

Vermutlich beides, denn auch in seinem Deutungsspektrum beinhaltet er sowohl die Chancen von außen als auch eine Erwartungshaltung – je nach Position der Karte. In gewisser Hinsicht strahlt der junge Mann neben seiner Abenteuerlust auch ein gewisses Quantum an Seriosität aus, sein einfarbiges, grünes Kleid sowie der braune Gürtel, die braunen Beine und die vorsichtigen Hände tun ihr Übriges dazu. Der Boden und das Umfeld tragen ein üppiges Grün, was auf eine fruchtbare Umgebung hinweist. Die knallrote, turbanähnliche Kopfbedeckung ist ein Farbtupfer in der grünen Landschaft und zeigt an, dass der Bube Tatendrang und Durchsetzungskraft mitbringt und offen für neue, spontane Ideen ist.

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Geburtsdatum:

 
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