Mit einem Stern assoziieren wir in unserem Kulturkreis meist nur Gutes: Der Stern als leuchtender Himmelskörper strahlt und täuscht durch sein Funkeln über seine wahre Entfernung hinweg. Der nächtliche Sternenhimmel vermittelt das Gefühl von Geborgenheit und Faszination gleichermaßen. Und unter dem englischen Wort für Stern – der „Star“ – verstehen wir einen Menschen, der in der Öffentlichkeit leuchtet und als Leitbild dient.
Der Stern weist in eine positive Zukunft
Astronomisch unterscheidet man zwischen Fixsternen und Schweifsternen (Kometen); beide haben ähnliche mythologische Bedeutungen, wobei dem Schweifstern durch sein seltenes sichtbares Auftreten oftmals mehr Gewicht beigemessen wird. Aber nicht nur mythologisch kam den Sternen früher eine besondere Bedeutung zu, sondern auch auf der praktischen Ebene, indem sie Orientierungshilfe für Raum und Zeit gaben. Anhand ihrer Positionen wurden Kalenderberechnungen erstellt und sie dienten als Navigation in der Seefahrt. So sind die Plejaden – ein offener Sternenhaufen, der auch „Siebengestirn“ genannt wird – in der Zeit von Mai bis Oktober am nördlichen Sternenhimmel zu sehen und beschrieben früher Beginn und Ende einer Schifffahrtssaison. Die 12 Sternbilder dienten auch als Basis bei der Entstehung der Astrologie – zur Zeit der Babylonier kam dem siderischen Tierkreis noch mehr Gewicht zu, der auch heute noch in der indischen Astrologie eine Rolle spielt.
Die Symbolik auf der Karte
Fast nicht anders verhält es sich mit der heutigen Betrachtungsweise des Sterns im Tarot: Er gilt als Richtungsweiser, ist Symbol für die weit reichende Zukunft und wird als Vision verstanden.
Im legendären Kartendeck des Arthur Edward Waite – auch „Rider-Waite-Deck“ genannt – sehen wir auf der Karte Stern eine nackte, junge, blonde Frau, die aus zwei Krügen Wasser gießt. Den Inhalt des einen Kruges schüttet sie in den Fluss, den anderen Teil auf den Boden; dies ist vermutlich ein Symbol, dass auf dieser Karte alles in Bewegung und buchstäblich im Fluss ist und letztendlich wieder zu einer Quelle zurückgelangt. Über dem Kopf der jungen Frau sehen wir einen achtzackigen Stern, der von sieben weiteren Sternen umringt ist. Die Zahl Sieben stand in der Zahlenmystik schon immer für die Schöpfung und in der klassischen Astrologie arbeitete man schließlich mit sieben Planeten … Manch Tarotkundige bringen diese Karte auch mit dem Fixstern Sirius, dem hellsten Stern am Firmament, in Verbindung. Die Karte Stern wird astrologisch meist dem Tierkreiszeichen Wassermann zugeordnet. Der Wasserträger wird hier durch die junge Frau, die aus einer einzigen Quelle zu schöpfen scheint, dargestellt.

















