Lüften Sie das Geheimnis des spiegelverkehrten VICE VERSA Tarot-Decks!
Die meisten Tarotnutzer sind mit dem Rider-Waite-Tarot vertraut. Dieses von E.A. Waite konzipierte und Pamela Colman-Smith gemaltes Tarotdeck gilt als Tarotklassiker und bildete die Grundlage für die meisten heute bekannten Decks.
In den Vice Versa Karten nun findet man die Motive der Rider-Waite Karten komplett wieder – jedoch in einer perspektivischen Drehung um 180 Grad, so dass das, was dem Betrachter bisher verborgen geblieben ist – je nach Karte die Rück- oder Vorderseite – nun ans Licht kommt.
Um dieser seitenverkehrten Sichtweise Inhalt zu geben, wurden die Karten von den Künstlern u.a. stärker „bevölkert“: Es werden viele neue Menschen, Tiere, Objekte und Landschaften präsentiert. Motive, die bei Waite und Smith eine einzelne Figur zeigen, sind nun auf der anderen Seite häufig mit Zuschauern, Tieren, Kindern und auch vereinzelt Engeln oder Dämonen bestückt.
Bei manchen Karten mussten auch Kunstgriffe angewandt werden, um ein gutes Bild entstehen zu lassen: Die Maler haben hin und wieder Gegenstände und Figuren in der Größe geändert. Sitzende Personen, wie sie bei den Hofkarten häufig vorkommen, werden manchmal schräg von hinten gezeigt und die steinernen Throne in der Rückansicht mit reliefartigen Szenen „behauen“. Bei manchen großen Arkana, wie z.B. der Hohepriesterin oder Gerechtigkeit, wird der Vorhang zur Seite gezogen dargestellt, um den Blick auf die Figur freizugeben.
Die Illustrationen sind in Farben und Schattierung viel feiner und schöner ausgearbeitet als im Rider-Waite-Tarot...
...gemalt wurde mit Stift und Tinte, ausgefüllt dann mit wasserlöslicher Farbe. „Fast ein Fingerzeig für die Zufälligkeiten des Leben erscheint es, dass die Illustrationen dieses Tarotdecks von Zwillingsbrüdern geschaffen wurden: Raul und Gianluca Cestaro. Ein Mann und sein Zwilling, eine Medaille und ihre Kehrseite, eine Persönlichkeit und ihr entgegengesetzter Standpunkt – das Waite-Tarot und das Vice Versa Tarot.“
So steht es im beiliegenden Begleitheft, dem nach der informativen Einleitung jedoch sofort die Puste ausgeht: Der erklärungshungrige Kartenleger wird im Deutungsteil mit den üblichen 3 Standard-Stichworten zu jedem Motiv abspeist – ohne irgendeine Erklärung oder einen Interpretationsansatz zu den vielfältigen Tieren, Menschen, Symbolen und Szenen, mit denen dieses Deck das Rider-Waite erweitert. Dabei schreien diese Karten geradezu nach einem Buch mit ausführlichen Interpretationen!
Nun, einen Vorteil der fehlenden Deutungshilfe kann man vielleicht darin finden, dass dem Kartennutzer dadurch viele Freiheiten in der Auslegung der neuen Motive bleibt. Das Vice Versa ist ein dankbares Deck für Assoziationsspielchen, lange Diskussionen, spannende Suche in Symbollexika und fördert beim Deuten von Legungen mit Sicherheit die Intuition.

















