Nur drei Karten reichen für eine Tarot-Legung?!
Ein wesentlicher Grundsatz des Kartenlegens lautet: Je klarer und genauer die Frage formuliert ist, desto stichhaltiger wird die Antwort ausfallen. Aber auch die Auswahl eines geeigneten Legesystems zur jeweils gestellten Frage ist von großer Wichtigkeit für eine aussagekräftige Kartendeutung. Erfahrene Tarotberater verfügen daher in der Regel über ein mehr oder weniger umfangreiches Repertoire an Legetechniken. Dazu gehören einerseits Muster, die sehr vielseitig sind, weil sie in jedem beliebigen Lebensbereich bisherige Entwicklungen und den derzeitigen Stand beschreiben und Ausblicke eröffnen können.
Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist das keltische Kreuz. Neben solchen universell anwendbaren Mustern sind Legesysteme sehr nützlich, die auf bestimmte Themenbereiche zugeschnitten wurden und auf einem speziellen Gebiet mehr in die Tiefe gehen können.
Dazu gehören zum Beispiel Beziehungs-, Entscheidungs- oder Selbsterkenntnislegungen. Das wachsende Interesse an Tarot hat in den letzten Jahren eine riesige Auswahl teilweise hoch spezialisierter Legetechniken hervorgebracht, die man in der einschlägigen Literatur oder im Internet findet. Und wer dort nicht fündig wird, dem ist es natürlich freigestellt, seine eigenen Speziallegungen zu entwickeln. Eine klare Definition jeder Kartenpositionen ist dabei üblich und kann mitunter zu außerordentlich komplexen Antworten führen, wobei Intuition, Kartenwissen und Kombinationsgabe des Deutenden herausgefordert werden.
Ein guter Brauch: Ziehen Sie nur drei Karten
Es ist nicht einmal erforderlich, den einzelnen Karten bestimmte Bedeutungen zuzuordnen. Man mische, ziehe drei und lege sie einfach neben- oder auch untereinander. Was sagen sie uns einzeln und im Zusammenhang betrachtet? Können wir in jeder Karte Aspekte der gestellten Frage erkennen? Was wird sofort verstanden und eingeordnet, welche Karten erscheinen zunächst zusammenhanglos oder gar abwegig?
Ergänzen sich die Karten zu einem einheitlichen Bild, oder haben sie eher den Anschein widersprüchlicher Aspekte, zeigen also vielleicht die Vor- und Nachteile der Angelegenheit auf? Manchmal ergibt sich spontan der Eindruck eines chronologischen Ablaufs, und wir lesen aus den Karten, wie es zu einer Situation kam und wie es weiter gehen könnte. Gelegentlich tut sich sogar ein Fenster in die Vergangenheit auf und wir erkennen, wo eine bestimmte Entwicklung im Leben ihre tieferen Wurzeln hat. Jede Legung ist anders. Vor allem die Intuition, aber auch das tiefere Nachdenken über jede Karte, das bei umfangreicheren Legungen oft zu kurz kommt, verhelfen zu einer Antwort.
Im Grunde ist es egal, in welcher Reihenfolge man die gezogenen Karten auf den Tisch legt, doch kann die Auslagerichtung den Eindruck beeinflussen, den die Karten beim Betrachter hervorrufen. Legt man die Karten beispielsweise von links nach rechts nebeneinander, entspricht das der Art, wie wir in unserer Schriftsprache die Buchstaben nebeneinander setzen. Durch unsere Seh- und Lesegewohnheiten kann hier eine direkte chronologische Abfolge von Ereignissen oder Kräften suggeriert werden. Die Karten erzählen, wie sich „Zwei“ aus „Eins“ ergibt und darauf „Drei“ folgt. Man kann also einen zukünftigen Entwicklungsweg oder einen kausalen Zusammenhang ablesen. In ähnlicher Weise wird es vermutlich meist als Abfolge empfunden, wenn man die Karten von rechts nach links auslegt.

















