Der Kompass kann für Entscheidungen gelegt werden, vor allem wenn man mehr als 2 Alternativen hat (für genau 2 Möglichkeiten eignet sich auch das „Entscheidungsspiel“). In der Grundform kann der Kompass mit nur 4 Karten gelegt werden, um eine Tendenz zu bekommen für eine konkrete Idee, ein Projekt, ein Vorhaben. Interessant an diesem Legesystem ist, dass sich Alternativen oft während der Befragung auftun, und diese dann abgefragt werden können. Die Abbildung zeigt die erweiterte Form:
Alternative 1:
1 = Darum geht es
2a = So geht es los
3a = Reaktion des anderen, wie andere reagieren
4a = Darauf läuft es hinaus
Alternative 2:
1 = Darum geht es
2b = So geht es los
3b = Reaktion des anderen, wie andere reagieren
4b = Darauf läuft es hinaus
Alternative 3:
1 = Darum geht es
2c = So geht es los
3c = Reaktion des anderen, wie andere reagieren
4c = Darauf läuft es hinaus
etc. ... Die Karte 1 bleibt bei allen Alternativen das zentrale Thema für die Frage!
Für jede Frage kann auch ein eigenes System erfunden werden – hier ist Kreativität gefordert. Ein Legesystem kann an das Muster einer bestimmten Karte angelehnt werden (wie zum Beispiel das von Hajo Banzhaf kreierte „das Geheimnis der Hohepriesterin“ nach der Trumpfkarte 2 des Rider-Waite-Tarots). Es können aber auch einfach nur x Positionen definiert werden, die alle für den Frager interessanten Blickwinkel beantworten können. Wichtig ist dabei wieder die klare Definition der einzelnen Positionen, um diese mit der gezogenen Tarotkarte zu einer stimmigen Aussage zu bringen.
Ein beliebtes Legespiel für Fortgeschrittene ist das klassische keltische Kreuz, ein umfangreiches System mit 10 Karten. Legesysteme wie „das Geheimnis der Hohepriesterin“, „der astrologische Kreis“, „das Narrenspiel“, „der Weg“, „der nächste Schritt“, „das Beziehungsspiel“ und viele mehr gibt es in den Büchern von Hajo Banzhaf und anderen Tarotautoren.
ZEITRAUM
Wie in Lektion 3 angesprochen, taucht in Beratungen oft die Frage auf, wann denn ein bestimmtes Ereignis eintreffen wird. Konkrete Zeitangaben sind mit Tarot nicht möglich – ich kann jedoch schon in die Frage einen Zeitraum legen (Beispiel: Was ist in den nächsten 6 Wochen für mich wichtig?). Eine Legung gilt im Allgemeinen für einer eher kurzen Zeitraum von 3-6 Monaten. Es gibt im Tarot auch „zeitverzögernde“ Karten wie „der Gehängte“ oder die „7 der Münzen“ aus dem Rider-Waite-Tarot und ebenso gibt es auch eher „beschleunigende“ Karten wie die „8 der Stäbe“ oder „der Wagen“. Manche Legesysteme haben von vorneherein den Zeitraum schon impliziert, wenn ich zum Beispiel am Geburtstag den astrologischen Kreis für das kommende Lebensjahr lege. Die Wahl des Legesystems spielt beim Faktor Zeit auch eine Rolle – das keltische Kreuz gilt sicherlich länger als das kleine Kreuz.

















